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Allgemeine Geschäftslage

Der Vertrieb als Seismograph für die wirtschaftlichen Entwicklungen 2012

Laut „Vertriebsbarometer“ der CDH ist zwar eine leichte Abschwächung der Konjunktur im Vertrieb für die nahe Zukunft zu erwarten, aber es herrscht immer noch große Zuversicht im gesamten Vertriebsbereich.

Die Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH) e.V., Berlin führt vierteljährlich Trendumfragen bei Mitgliedsbetrieben zur Einschätzung der Handelsvertretungen zur konjunkturellen Lage durch. Dieses so genannte „Vertriebsbarometer“ stützt sich vor allem auf die Einschätzung und Erfahrungswerte von Vertriebsmitarbeitern.

Da der Vertrieb den direkten Kontakt zu den Geschäftskunden pflegt und auch die Verbindung zwischen Angebot und Nachfrage sowie den Märkten darstellt, ist er auch unter den ersten, die über die Entwicklung der Märkte informiert sind. Vertriebsmitarbeiter sind mit den Wünschen und Trends auf der Abnehmerseite vertraut und haben sich deshalb als idealer Seismograph für wirtschaftliche Entwicklungen erwiesen. 

Einschätzung der allgemeinen Geschäftslage

Die 49. Trendumfrage der CDH, die im Herbst bei den Mitgliedsbetrieben durchgeführt wurde, hat ergeben, dass die allgemeine Geschäftslage im Vertriebsbereich zur Zeit noch sehr gut ist, dennoch muss mit einem leichten Konjunkturrückgang gerechnet werden. Schon jetzt zeigte sich gegenüber den Ergebnissen des Frühjahrs eine leichte Abschwächung der Konjunktur im Vertrieb. Und doch kann man immer noch von einem sehr zufriedenstellenden Niveau sprechen.  

Laut Herbstumfrage im Rahmen des Vertriebsbarometers, bezeichnen ca. 10 Prozent der befragten CDH-Mitgliedsbetriebe ihre Geschäftslage als sehr gut. Im Frühjahr waren es 11 Prozent. 45 Prozent sprechen von einer guten Geschäftslage, gegenüber 48,7 Prozent im Frühjahr. Und nur 6,7 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als schlecht. Das sind sogar weniger als zuvor. Demnach sind immerhin mehr als die Hälfte der Befragten Handelsvertretungen mit ihrer Geschäftslage zufrieden.

Einschätzung der Branchenlage

Die Ergebnisse bezüglich der Einschätzungen der Branchenlage weichen etwas von der Einschätzung der Geschäftslage ab. Wie auch in früheren Befragungen wurde die eigene Geschäftslage als etwas besser bewertet als die allgemeine Branchenlage.

Das bedeutet, dass der Erfolg der Handelsvertretungen nicht zwingend mit dem Branchentrend übereinstimmen muss. Auch wenn die Konjunktur in den übergeordneten Branchen abnimmt, können einzelne Unternehmen immer noch zufrieden wirtschaften und sich ihre Firmenkonjunkturen auf hohem Niveau halten.


Einschätzung des Warenumsatzes

Der vermittelte Warenumsatz ist bei 46,9 Prozent der Befragten angestiegen, dennoch ist der Warenumsatz insgesamt leicht gesunken. Die Anzahl der Unternehmen, die einen Rückgang im Warenumsatz verzeichnen mussten, hat sich um ca. 3 Prozent erhöht. Diese doch sehr geringen Veränderungen geben noch lange keinen Anlass zur Besorgnis.

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklungen für 2012

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklungen für 2012 ist nicht ganz so optimistisch. Fast ein Drittel der Befragten schätzt die Zukunftsperspektiven als eher schlechter werdend ein. Im Frühjahr erachteten sie noch 38 Prozent als besser werdend. Jetzt sind es nur mehr 30 Prozent der Befragten.

An dieser etwas pessimistischeren Beurteilung der längerfristigen Perspektiven tragen hauptsächlich die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und die Euro-Krise Schuld. Selbst der beste und erfahrenste Vertriebsmitarbeiter kann nicht wissen, wie sich diese Faktoren auf die Realwirtschaft auswirken werden. Deshalb stoßen auch die Zukunftsprognosen für 2012 an diesem Punkt an ihre Grenzen.

 

Text_Dr.Lydia Polwin-Plass, vertriebszeitung

Bild: © Rainer Sturm, pixelio